DIPLOM-ÜBERSETZERIN · PUBLIZISTIN · FELDENKRAIS-LEHRERIN

Frankfurt, 15. Februar

Eine Ex-Juso-Vorsitzende, Johanna Uekermann, wird mit dem Ausspruch zitiert (inbezug auf den derzeitigen Zustand der SPD): "Sagt Becheid, wenn dieser Männerzirkus vorbei ist. Ich habs satt." Dem kann ich nur zustimmen. Die Jungs von der SPD hatten erst nur Angst vor Merkel. Dann kam Schulz, der Retter. Dieser stellte aber Ansprüche. Da sollte keiner mehr an sich selber denken, sondern alle an eine Art Gemeinwohl. Die Jungs sagten sich: das Gemeinwohl, das ist doch die Partei. Die Partei hat bei der jüngsten Bundestagswahl nach zwei Koalitionen mit Merkel sehr viele Stimmen verloren - also müssen wir weg von Merkel. Sie bedachten nicht, dass die CDU in der selben Zeit 18% der Stimmen verloren hatte, die SPD nur 10%. Nach der Wahl stimmten sie also begeistert dem Vorsitzenden zu, als er sich für die Opposition aussprach. Sie bedachten nicht, dass der Vorstzende strategisch denkt und nach Macht Ausschau hält, wie es seine Aufgabe ist. Es kam zu den sogenannten Jamaika-Gesprächen, die nach mehreren Wochen unerwartet abgebrochen wurden. Neue Situation?  Neuwahlen? Die 94 neuen AfD-Mitglieder im Bundestag rieben sich schon die Hände, sie würden Gewinne einfahren. Eine Minderheitenregierung? Wer soll die unterstützen? Wann würden irgendwelche Entscheidungen getroffen werden? Deutschland wäre international auf einmal nicht mehr verlässlich. Nur SPD  und CDU zusammen könnten sich in einer  Regierung auf eine Mehrheit stützen. Eine ganz neue Situation: Die CDU war auf die SPD angewiesen. Als geübter Stratege erkannte Schulz sofort die Chance.

Die Jungs von der SPD dagen erkannten nichts. Sie starrten nur gebannt auf Merkel und schrien "nogroko".  Wie eine Kindersprache klang das, krächzte ein bisschen. Sie bissen sich fest. Stimmten sich auf den Vers ein: "Zwerg und Riese, Zwerg und Riese". Offenbar eine Schwellkörper-Fantasie. Mit Politik, gar mit Strategie und Taktik, hatte es nichts zu tun. Sie glaubten noch immer, sie sprächen für die Partei. Demokratie! Wenn man aber Führunsgremien einmal gewählt hat, dann sollte man sie auch arbeiten  lassen - das wäre der Sinn einer repräsentativen Demokratie. Soweit dachten die Jungs nicht. Mit umnebelten Blick sahen sie zum Schluss,  dass mit dem, was ausgehandelt worden war, und wie es ausgehandelt worden war, dass Schulz nicht "unter" Merkel regieren würden, sondern MIT Merkel. Er würde also Minister!! Das wars, was er wollte: Ein Pöstchen. So sagten die Jungs, und glaubten es, umso unerschütterlicher, je öfter sie es wiederholten. Schadenfroh titelte eine Zeitung: "Darf Schulz Minister werden?"

Schulz verzichtete, in der Hoffnung, dass so wenigstens der mühsam und erfolgreich ausgehandelte Vertrag gerettet würde. "Verzicht" scheint ein unbekanntes Wort geworden zu sein. Er wurde als Absturz gehandelt. Die Jungs triumphierten und redeten nun erst recht durcheinander.

Da stehen wir jetzt und warten auf die Abstimmung innerhalb der Partei. Die ja, streng genommen, durchaus undemokratisch ist, weil es um die Zukunft der Republik geht, nicht um die der Partei, und über die Zukunft der Repubik wurde schon am 24. September 2017 abgestimmt.

Mal sehn, wie es weitergeht mit diesen Schwellkörperfantasien.

 

 

Frankfurt, den 25. Januar

Feldenkrais! Mein nächster Feldenkraiskurs beginnt am 30. Januar, also schon nächste Woche. Über den politischen Wirren hab ich vergessen, es anzukündigen! 

Feldenkrais vom 30. Januar bis 20. März 2018 im Saal der Riedhof-Begegnungsstätte, Mörfelder Landstraße 210, dienstags von 18 Uhr bis 19 h 15.

Die politischen Wirren beruhigen sich ein wenig, die Fronten verfestigen sich dabei, was ich auch bedrohlich finde. Doch sind die Worte immer noch Worte mit Bedeutungen, und wenn der Chef der Jusos sagte: "Seien wir ein Zwerg, vielleicht können wir dann wieder Riese werden", dann krieg ich die Gänsehaut. Ein "Zwerg" ist ein Zwerg, weil er nicht wächst. Anders als Kinder, die wachsen. Dieser selbsternannte Zwerg behauptet, es gehe ihm um die Zukunft der Partei! In den meisten Ländern verschwinden die Sozialdemokraten ohne weitere Umstände, und dieser hier will sie absichtlich zum Zwerg machen, um die Zukunft zu sichern! Dabei war die Partei seit Menschengedenken nicht so vielfältig im Gespräch, Thema von Gesprächen überall wie derzeit.

Man muss jetzt jede öffentliche Aussage darauf überprüfen, wem sie nützt. Das Mobben ist leider zum selbstverständlichen Zeitvertreib geworden.

Da bin ich froh, dass ich mich wieder der Feldenkrais-Arbeit zuwenden kann. Sie beruhigt, sie klärt, sie schenkt neue Aussichten. Und das schönste daran: ich kann etwas davon weitergeben. Eine Freude weitergeben, das verdoppelt die Freude.

Bis bald also!

 

 

Frankfurt, den 20.Januar

Erschöpft liege ich im Sessel unter meiner Lampe. Ich komme von einer SPD-Mitgliederversammlung. Dort hatte ich einen  Antrag eingebracht, für den dann schließlich außer mir nur noch einer gestimmt hat. Die meisten anderen waren dagegen. Ein paar Enthaltungen (glaub ich, weiß es nicht mal).

Ich hatte damit gerechnet, wollte es dennoch probieren, hatte hier und da Zustimmung signalisiert bekommen. Davon blieb bei der Abstimmung nichts übrig. Ich hatte beantragt, dass der Ortsverein seine Zustimmung zu Regierungsverhandlungen der SPD mit der Christlichen Union gibt. Die Mehrheit wünscht keine Regierungsverhandlungen: sie schadeten der Partei, erklärten sie. Ihre Wünsche hinsichtlich einheitliicher Bürgerversicherung für alle, guter Renten, erschwinglicher Wohnungen, guter Schulen, stabiler einträglicher Arbeitsplätze usw. hätte die  Parteispitze nicht durchgesetzt bei den Sondierungen mit den christlichen Parteien. Sie forderten "Nachbesserungen". Als die von der CSU aus tiefem Bauche heraus triumphierend antworteten: "Es gibt keine Nachbesserungen", sagten sie: "Siehste! Die lassen keine Nachbesserungen zu."  Einer berichtete, wie Schulz (nach den Wahlen) um Vertrauen gebeten hätte. Er schilderte diese Bitte so, als sei es ein Betteln gewesen. Er sah nur Schwäche darin, es war ihm fast peinlich. Einemn andern warf ich vor: "Du glaubst dem Dobrindt (von der CSU) mehr als dem Schulz!" Er verstand meinen Vorwurf nicht. Wie ist das möglich? dachte ich und grübelte.  Nun, ich vermute, dass er an Schulz am Anfang Erwartungen geknüpft hatte, dass Schulz diese Erwartungen nicht erfüllt hatte, und dass er ihm deshalb überhaupt nicht mehr traute. Was hat Schulz mit Deinen Erwartungen zu tun? möcht ich rufen, aber soweit bin ich ja im Gespräch gar nicht gekommen. Weil ich keine Möglichkeit gefunden habe, überhaupt nach seinen Erwartungen zu fragen. Mich zu erkundigen, wrarum er nicht mal erst fragt, nach welchen Maximen Schulz handelt. Wie er was erreichen will, ohne gleich über alles offen zu reden, weil es ja dann zerredet und verdreht würde. Es fragt auch niemand, wie Merkel als Politikerin funktioniert. Indem sie ganz viel schweigt und alle, oder viele, Handlungswege erkennt und je nachdem auch nutzt. Stattdessen unterstellt man ihr eine geheime Macht, mit der sie unschuldigen SPD-Genossen ihre Kraft und ihre Erfolge stiehlt. Das erinnert mich an die Hexenverfolgungen, wo ehrbare Männer glaubten, dass die Hexen einen Zauber über sie warfen und ihnen ihre Erektionsfähigkeit wegnahmen. Solche Frauen stellte man auf den Scheiterhaufen! Heute glaubt die Sozialdemokratische Jugend, dass es genüge, sich von dieser Frau fern zu halten. Damit die Gesundheit zurückkehre. Damit die Partei wieder groß und stark werde. Wie früher. Das wirkliche Ergebnis könnte sein, dass die Partei fast überhaupt keine Stimmen mehr erhält. Alle, selbst die höheren Funktionäre, behaupten aber, sie würden bei baldigen Neuwahlen endlich wieder ganz viele Stimmen bekommen, aus Dank dafür, dass sie standhaft geblieben seien und auf das Regieren verzichtet hätten!

Unfassbar. Sie sehen die Realität nicht. Die Kapitalisten mit ihren Sondergerichten für Investoren. Die (noch) mäßig-Rechten mit ihren 94 Sitzen im Bundestag und all den Extremisten in der Hinterhand. Die Millionen von Menschen, die ohne Hoffnungen in unzureichenden Lagern vegetieren. Den Zerfall in der demokratischen Ordnung. Nein, sie sehen es nicht, sie sind Teil davon. Die Chance, die wir mit Schulz gehabt hätten, kommt nicht mehr wieder.

Oder wird er morgen auf dem Parteitag doch noch eine Mehrheit finden?

Statt "Union fait la force" zerlegt die Partei sich selbst.

Frankfurt, den 18. Januar

Vor zwei Tagen besuchte ich ein Gesprächsforum zum Thema "Was hält die Gesellschaft zusammen?" Das Forum fand in der Evangelischen Akademie Frankfurt statt und bestand in einer Auseinandersetzung zwischen den Kirchen und den Gewerkschaften. Es nahmen teil: der Bischof von Limburg, der evangelische Kirchenpräsident Hessen-Nassau, der Bezirksvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) Hessen-Thüringen. Die Eingangsanalyse gab der Zürcher Soziologie-Professor Oliver Nachtwey. Katholisches Arbeiterkind, beschrieb der Professor höchst anschaulich seine gründliche Distanzierung von der Kirche. In einer brillanten Analyse zeigte er auf: wer den Markt aus der Gesellschaft herausnehme, zerstöre die Gesellschaft. Der "Markt" müsse innerhalb der Gesellschaft bestehen, dh. in Anpassung an die Gesellschaft  und nicht umgekehrt, dass sich die Gesellschaft an den Markt anpassen müsse!

In den folgenden Gesprächen wurden Kinder- und Altersarmut hervorgehoben. Michael Rudolph vom DGB erläuterte die derzeitigen Forderungen der  IG Metall, wonach die Arbeitnehmer selbst über ihre Arbeitszeit mitbestimmen können müssen und in der Gestaltung ihrer Arbeitszeit nicht restlos vom Arbeitgeber abhängig sein dürfen. Es gehe um Würde! Seit das Bundesverfassungsgericht den Wert des Sonntag über den  Wert der Ladenöffnungen gestellt habe, wendeten sich die Geschäftsleute an Kirchen und Gewerkschaften, um Ausnahmegenehmigungen zu erwirken. Rudolph appellierte an die Kirchen um Solidarität.

Anscheinend hat ein solches Gespräch der Gemeinsamkeiten  - und der Trennlinien: Streik gehört nicht in die Kirche! sagten die kirchlichen Herren - hier zum erstenmal stattgefunden. Kirchen und Gewerkschaften verlieren stetig an Mitgliedern. Ihre Ziele, auf die Menschen bezogen, unterscheiden sich nicht erheblich. Sie wollen weiter in Kontakt bleiben.

Der Saal war überfüllt. Obwohl nur Gäste eingelassen wurden, die sich vorher angemeldet hatten, waren auch alle Fensterbänke besetzt. (Diese wunderbar breiten Fensterbänke in dem alt-neuen Saal mit Blick auf den Römer-Platz!) Alle Redner hatten etwas zu sagen, und das Publikum zum Ende auch. Es trat sogar ein Plebiszitärer auf, der wichtigtuerisch "dem Bürger" endlich wieder das Sagen erlauben würde anstelle der Parteien. Nachtwey wies ihn darauf hin, dass die Mütter und Väter des Grundgesetzes das plebiszitäre Element (Volksabstimmung) bewusst klein gehalten hätten, weil es vor '33 die Erfolge von Hitler ermöglicht hat. (Ich frag mich eh, wieso ein Mann, bloß weil er sich selbst für sehr wichtig hält, im Politischen mehr zu wissen behaupten wagt als die Parteien, in denen sehr viele Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Richtungen stattfinden.)

Ich bin im Moment dabei, für meine Luxemburger Zeitung einen Artikel über - ja wie soll ichs ausdrücken, je mehr ich mich damit befasse, desto mehr verschiebt sich das Thema - also über den Umgang mit der politischen Rechten zu schreiben. Wer ist das? Was wollen die? Was kann ich, was können wir ihnen entgegen halten? Seit Wochen grabe ich an dem Thema. Manche nennen die Rechten auch die Reaktionären. Was bedeutet hier "Reaktion"? Man könnte es mit Nostalgie für eine erträumte Vergangenheit umschreiben. Im Wesentlichen aber geht es wohl um die Vorherrschaft von weißen Männern. Da bedient man sich alter Vorbilder .....

An die Arbeit!

 

 

 

 

 

 

Frankfurt, 6. Januar

Vor einigen Jahren befasste ich mich mit Geschichtswissenschaft: ein Buch von Yosef Hayim Yerushalmi hatte mich zur Wahrnehmung eines grundlegenden Unterschiedes zwischen Geschichte und Tradition geführt. Es stellt sich nämlich einerseits die Frage: Was geschah? Und andererseits: Was wird erzählt? Historiker haben sich von jeher, aber ganz besonders in der Neuzeit, um Neutralität in der Darstellung der Ereignisse bemüht.  Nehmen wir die Bibel als Beispiel. Alles, was darin erzählt wird, hat einen Zweck, der auch nicht verheimlicht wird: Gott erschafft die Welt, er ist der Oberste und bestimmt alles. Ihm schulden alle Lebewesen Gehorsam. Die Bibel erzählt, wie sich das verwirklichte – jedoch immer mit dem Gedanken, Beispiele für die Beziehung zwischen Gott und den  Menschen darzustellen. Seit der Neuzeit haben Historiker darin auch eine ganze Reihe von Übereinstimmungen mit den Ergebnissen der Geschichtswissenschaft entdeckt, doch gilt das jeweils für gewisse Momente und Gesichtspunkte der Bibelerzählungen. Die Priester, die Rabbiner  interessieren sich in ihren Interpretationen nicht für historische Abläufe, sondern immer für den tieferen Sinn der Erzählungen. Und die Menschen suchen immer nach einem Sinn. Die Bibelauslegungen kamen ihnen entgegen. Diese entwickelten sich, sie wurden komplexer und führten oft zu neuen Ideen. Allerdings auch immer wieder zu Machtmissbrauch. Aus dem Widerstand gegen den Machtmissbrauch entwickelten sich die historischen Wissenschaften.  Diese haben heute ebenfalls eine kritische Haltung eingenommen,  zu sich selbst, insofern deutlich geworden ist, dass jede Geschichtsschreibung trotz allem Bemühen um Unparteiischkeit auch eine subjektive ist. Dass jede Generation die Geschichte neu schreibt. Vergleiche zwischen den Generationen ermöglichen hier eine weitere Distanzierung.

Im Fach Biologie hat dieser Gegensatz zwischen Fakten und sinnreicher Erzählung heute eine besondere Zuspitzung erfahren. Besonders in den USA haben protestantische Fundamentalisten , sog. „Evangelikale“, die Schöpfungsgeschichte aus der Bibel wortwörtlich genommen und bestreiten die Evolution, d.h. alles, was die Biologie, die Paläontologie und andere exakte Wissenschaften über das Entstehen der Erde herausgefunden haben. Sie lehren:  vor siebentausend und etwas-Jahren erschuf Gott die Welt, so wie sie heute ist. Sie haben in einer ganzen Reihe von US-Staaten durchgesetzt, dass das Fach Biologie gar nicht oder nur neben der gleichberechtigten Religionslehre unterrichtet wird. (Der heutige Vizepräsident der USA gehört dieser Gruppe von Fundamentalisten an.) Was haben die Evangelikalen davon, dass sie Wissen unterdrücken? fragt man sich.  Nun, sie können die Macht ihres Gottes wieder voll ausspielen, indem sie jedes Kind wieder auf die Ebene von Adam und Eva bringen, die vertrieben werden, wenn sie nicht gehorchen.  Das nützt dem Patriarchat, kurzfristig wohl auch der Wirtschaft (das Kundenpotential ist berechenbarer).

Hier in Frankfurt erscheint mir eine solche Haltung als fern, ja, vorsintflutlich sozusagen.  Nun empfahl mir aber jemand ein Buch, ich habe es gerade bei der Stadtbücherei ausgeliehen, das den Titel trägt: „Das Tagebuch der Menschheit – was die Bibel über unsere Evolution verrät“. Es wird anscheinend vielfach und mit Begeisterung gelesen. Ich hab vorn angefangen, schön ordentlich, und lese in der Einführung (der zwei Autoren dieses Werkes): „Wir registrierten, dass eine Bibelanthropologie auch ganz grundsätzliche Erkenntnisse offenbart: sie zeigt was der homo sapiens seiner Fähigkeit zur kulturellen Evolution zu verdanken hat.“

Meine Sprachempfindlichkeit wird hier getroffen: ich weiß, dass das lateinische Wort evolutio soviel wie „Entwicklung“ heißt. Dass eine Kultur sich entwickelt, wie ja auch ein Mensch oder alles Lebendige, das ist überhaupt nicht strittig. „Evolution“ aber wird im Deutschen in den großen Zusammenhängen der Menschheitsgeschichte vor allem das genannt, was biologisch stattgefunden hat, und zwar in der Vergangenheit, in Millionen von Jahren. Zwar habe viele Gelehrte darin eine „Selektion der Natur“ sehen wollen, zum Zwecke einer höheren Nützlichkeit, aber das ist ein quasi religiöse Meinung, die einen   „höheren Willen“ voraussetzt, von der die Wissenschaftler nach und nach abkommen (je nach dem Grad ihrer deklarierten Religiosität).

In dem oben zitierten Satz, wie überhaupt in dem Buch,  wird „Evolution“ aber einfach als Synonym für Entwicklung gebraucht. Überdies wird von der “Fähigkeit des Menschen zur kulturellen Evolution“ geredet, während das Wort „Evolution“ in seinem wissenschaftlichen Zusammenhang gerade besagt, dass die  Lebewesen sich ohne ihr persönliches Zutun verändern. Mutationen sind etwas, das ihnen zustößt, nicht etwas, das sie bewirken.

Im Gegensatz zur Kultur: das ist etwas, das sich die Lebewesen schaffen, durch Fantasie, durch Nachdenken, durch Tun. Vor allem die Menschen, aber in vieler Hinsicht auch die Tiere. (Die Pflanzen, momentan ein beliebtes Feld in diesem Rahmen, lasse ich mal beiseite.)

Im Amerikanischen unterscheidet sich „evolution“ von anderen Bedeutungen nicht so klar wie im Deutschen . Es ist vieldeutiger und als Synonym finde ich vor allem „change“. Im Deutschen habe wir dagegen Entwicklung, Entfaltung,  brauchen „Veränderung“ in dem Zusammenhang gar nicht mehr. Das beliebte Buch, das hier Gegenstand meiner Kritik ist, wurde auf Amerikanisch geschrieben, und wenn dort „evolution“ stand, hat man das offensichtlich kühn und rücksichtslos mit „Evolution“ übersetzt. Oder doch nicht rücksichtslos, sondern mit Rücksicht auf die Evangelikalen? Diese könnten sofort Gewinn daraus ziehen, indem nämlich das ganze dicke Buch mit seinen gut 500 Seiten jedes Denken in Evolutions-Kategorien erst lächerlich macht und dann ganz unterlässt. Da springt man von der „Evolution der Kultur“ bald zur „Evolution der Religion“, und weiß aus wissenschaftlichen Quellen, dass Religion einem menschlichen Bedürfnis entspricht. Da es kein älteres Buch als die Bibel gebe, keines, das auch nur gleich alt wäre,  könne der Mensch dort alles erfahren, was er braucht. Es geht unversehens nicht mehr um Wissenschaft und Geschichte, sondern um Sehnsucht.

Die beiden Verfasser sind selbst Wissenschaftler, steht auf dem Umschlag: Evolutionsbiologe, Professor in  Zürich, der eine (hat besonders mit Menschenaffen gearbeitet), Wissenschaftsredakteur der andere, auch er in Zürich, aber auch im Schwarzwald lebend. Ich fand keine Angaben darüber, welcher Religionsgemeinschaft sie angehören. Das flüssig und freundlich geschriebene Buch dient zweifelsohne der Erbauung. Doch mit Evolution, Biologie und Erdgeschichte hat es nichts zu tun.

Frankfurt, den 3. Januar

Allen, die dies lesen, wünsche ich von Herzen ein gutes neues Jahr.

In diesen Tagen wird mir bewusst, dass der Wunsch zum Neujahr 2018 ein anderes Gewicht hat als früher, da ich mir unter seinem Automatismus wie ein Papagei vorkam.   Ein neues Bewusstsein dafür, dass niemand in die Zukunft schauen kann.  Werden die in ihrem Selbst so furchtbar aufgeblasenen Diktatoren uns alle in die Hölle des Krieges schicken? Diktatoren, die in formal demokratischen Wahlen an die Macht kamen?  Oder stoppen sie ihre Aggressionen, sobald ihre Rüstungsindustrie volle Auftragsbücher hat? Nein, das gilt nicht für alle, ich glaube nicht für Nord-Korea. Die Diktatoren unterscheiden sich durch ihre Ziele. Jeder erträumt sich eine andere Form des Großen Sieges. 

Letzte Woche war ich in Luxemburg, einem  der kleinsten EU-Staaten, mit seinen etwas mehr als 500.000 Einwohnern. Mir begegnete, wenn auch nur in einem langen Zeitungsartikel, Frau Hennicot-Schoepges wieder.  Eine Zeitlang  hatte ich bei ihr Klavierunterricht genommen,  es war in den Achtzigern. Sie lehrte am Conservatoire Nationale,  sie gab auch öffentliche Klavierkonzerte. Ich war nicht fürs Klavier begabt, aber ich lernte  bei ihr allerlei, zum Beispiel den Quintenzirkel.  Und wir führten Gespräche. Sie war damals nicht nur Bürgermeisterin ihres Vorortstädtchens, sie wurde auch Präsidentin der Abgeordnetenkammer; und als ich schon fortgezogen war, ernannte man sie zur Kulturministerin. Ihr ist zu verdanken, dass Kultur in Luxemburg offiziell einen neuen Status erhielt: anstatt als bloßen Kostenfaktor wurde sie nun als Basis für Fortschritt und Aufstieg betrachtet.  Unter ihrer beharrlichen Führung wurde das wunderbare Museum für moderne Kunst („Mudam“) fertiggestellt, das Kulturzentrum „Neumünster“ – ein ehemaliges Kloster, das knapp zweihundert Jahre lang als Gefängnis gedient hatte – verwandelte sich zu einem einmaligen Treffpunkt für nationalen und internationalen Austausch (anstatt zu Sozialwohnungen oder zu einem Luxushotel).  Sie „baute“ die Philharmonie. Jahrzehntelang hatte sich Radio Luxemburg ein Symphonie-Orchester geleistet. In den 90er Jahren wurde RTL aber privatisiert, und nun fanden die Herren von der Geschäftsführung, dass ein Symphonie-Orchester viel zu teuer sei und dass sie es nicht brauchten. Ministerin  Hennicot stand auf und forderte, dass der Staat das Orchester übernehme und dass dazu auch ein moderner Konzertsaal gehöre.  Heute strömen die Liebhaber klassischer Musik von nah und fern zu den  Konzerten der Philharmonie Luxemburg!  Frau Hennicot stand auch hinter der Gründung der Uni Luxemburg und vieles mehr.  Sie bedauerte (in dem Interview, das ich gelesen habe), dass es ihr nicht gelungen sei, der Nationalbibliothek sowie dem Staatsarchiv und der Archäologie eine neue Heimat zu bauen. Die Pläne liegen in den Schubladen, aber die derzeitigen Regierungsherren haben andere Prioritäten:  Dividenden schaffen, zum Beispiel durch „space-mining“. Sie haben einen Asteroiden im Weltraum im Blick, der Erze und seltene Erden birgt .......  Die entsprechende Aktiengesellschaft ist gegründet, es haben sich Interessenten weltweit gemeldet. Oder sie verkaufen mehrere Hektar Land an Google, damit der dort ein Datenzentrum aufbaut.  (Woher kommen dann die Unmengen von Elektrizität, die dafür gebraucht werden?)

Dankbar denke ich an Frau Hennicot-Schoepges zurück. Wünsche ihr Gesundheit und Freude. Wie ich las, ist sie jetzt Präsidentin eines ökumenischen Kreises von Christen, Juden und Muslimen.

Wie gesagt: uns allen ein gesundes neues Jahr!

 

 

Frankfurt, den 2. Januar 2018

„'Ich bestieg den Hengst des Lesens', schrieb Shihab al-Din al-Nuwayri in Erinnerung an den Moment – etwa im Jahr 1316 – als er seine Arbeitsstelle aufgab.  Er hatte in der Finanzabteilung des Mamelucken-Reiches gedient. Der Sultan hatte ihn eingestellt, um das königliche Eigentum zu verwalten und den Papierkram zu regeln. Er konnte Bilanzen aufstellen, Gewinne ausrechnen – 'und in dieser Beziehung war ich so brillant wie ein Feuer auf einem Berggipfel'. Doch war er dieser Beschäftigung müde geworden, verließ sie nun zugunsten von literarischen Bestrebungen. 'Als mein Ross anfing, mir zu gehorchen', berichtete al-Nuwayri weiter,  'beschloss ich, aus meiner Lektüre ein Buch zu machen, das mir Gesellschaft leisten konnte.' Was als eine Übung in Selbsterbauung begann,  entwickelte sich zu einem Kompendium aus 9000 Seiten in 33 Bänden, in denen alles stand, was es auf der Welt gab, so wie es aus al-Nuwayris Sicht im 14. Jahrhundert  aussah.: Nihayat al-Arab fu Funun al-Adab oder 'Der höchste Ehrgeiz in der Kunst der Gelehrsamkeit'.  'Meine eigenen Worte gleichen den Nachtwolken, die die Regenwolken anführen', schrieb er im Vorwort. 'Sie interpretieren bloß den Inhalt des Buches und rahmen es ein wie die Augenbrauen die Augen einrahmen.'"

(Anfang einer Buchbesprechung in LRB vom 30. November 2017. Das betreffende Buch, eine erstmalige englische Übersetzung des genannten Werks, erschien schon im Oktober 2016.)

Ich fand das Weiterlesen immens spannend. Ein faszinierender Schwall von Bildern und Metaphern. Aber in der selben LRB-Ausgabe ist jeder andere Artikel auf seine Weise ebenso mitreißend. 

Als ich vor Weihnachten nach Paris fuhr, hatte ich zwei Ausgaben der LRB bei mir. Eine konnte ich vor Weihnachten beenden und schenkte sie am Heiligen Abend einer jungen Weißrussin, die Englisch las. Sie freute sich – und darüber freute ich mich. Für die Tage nach Weihnachten blieb mir die andere Ausgabe, und auch hier erschien mir alles neu, blendend, spannend. Eins der dort besprochenen Bücher habe ich inzwischen sogar bestellt. Es handelt von dem Begriff des „Reaktionären“, eine politische Bezeichnung, die halb einer Definition, halb einer Beschimpfung gleichkommt.  Ich weiß nicht, was damit wirklich gemeint ist; im Zusammenhang mit einer Einordnung von Trumpismus und AfD könnte es mir hilfreich sein, da der Verfasser mir (in der Rezension) als kluger und relativ neutraler Wissenschaftler vorgestellt wurde. Er heißt Mark Lilla.

Ich habe mir vorgenommen, mein gegenwärtiges Verhältnis zu den Völkischen in Worte zu fassen,  herauszufinden, wie ich mich von ihnen ohne Polemik abgrenzen kann.  Allzu oft behalfen sich Leute in Deutschland damit, dass sie die Völkischen einfach „Nazis“ nannten, sie ignorierten, ausgrenzten, verspotteten.  Das funktionierte ein oder zwei Generationen lang. Wenn die Völkischen aber erstmal in der Lage sind, Wähler für sich stimmen zu lassen und damit politische Macht zu erringen, genügt das nicht mehr. Ich will Wähler ansprechen, nicht die (sowieso nicht erreichbaren) Völkischen. 

Das Schwierigste bei diesem Vorhaben dürfte sich aus der Notwendigkeit ergeben,  dass ich  - wenigstens ein paar  - völkische Schriften werde lesen müssen.  Erkunden, was die wirklich wollen.  Wovon die träumen.  Wie sie ihre Träume attraktiv machen.  Was der alte Herr Al-Nuwayri „Den Hengst des Lesens besteigen“ nannte.  Das Pferd Gehorsam lehren, oder, so würd ich lieber sagen, eine Ordnung in die Dinge bringen. 

„Des Menschen Vernunft gleicht dem Mond,“ schrieb al-Nuwayri, „da sie zunimmt und abnimmt, verschwindet und zurückkehrt.“  Das ist Menschenrecht.   

 

 

 

Frankfurt, den 11. Dezember

Was kann man unter "Politik" verstehen? Das Vorgehen, das man braucht, um das Schicksal einer Stadt, eines Landes oder sonst einer Gruppe zu deren größtem Nutzen zu lenken? Die Franzosen haben den Ausdruck "une politique politicienne" geprägt, den sie benutzen, wenn ein Politiker vor allem an den eigenen Vorteil denkt. Es ist ein Schimpfwort. Im Deutschen wird manchmal schon "Politik" allein zu einem Schimpfwort!

Selbst die angesehensten Journalisten scheinen es momentan nicht anders zu handhaben. Wenn über Schulz von der SPD geredet wird, oder mit ihm, dann wird der Schwerpunkt auf innerparteilichen Zank - beruhe er auch bloß auf abweichenden Standpunkten -, auf das Streben nach Pöstchen und meistens auf einen Bezug zu Merkel gelegt. Ein Niveau, das eines Stammtischs würdig ist, aber nicht der seriösen Berichterstattung in der momentan schwierigen Lage der Republik

Ein Politiker, der um das Gewicht von Machtfragen weiß, wird nie seine Verhandlungs-Trümpfe im vorhinein verraten. Er wird sich aber eine möglichst vorteilhafte Ausgangsposition suchen. Für Martin Schulz heißt das momentan: Für die Erkundungsgespräche mit der CDU stellt er maximale Forderungen; dazu gehören sein eigener Schwerpunkt, Europa, dazu gehören soziale Fragen; Fehler, die in seiner Wahrnehmung bei der jüngsten Koalition aufgetreten sind, wird er vor allem vermeiden wollen. Wie den unredlichen Landwirtschaftsminister von der CSU. In Verhandlungen muss man bekanntlich mit zwei Positionen eintreten: mit Höchstforderungen und mit einer Kompromiss-Linie. Letztere sollte niemand von der Gegenseite vorzeitig kennen.

Klingt ganz einfach? Offenbar nicht für alle Journalisten. In der taz schimpfte die "poltische Korrespondentin" Bettina Gaus (die ich sonst sehr achte) mit den Worten "sind die Traditionsparteien noch bei Trost?" oder sie nannte es "idiotisch", dass die SPD nach der Bundestagswahl erklärte, sie stehe für eine Koaliltion nicht zur Verfügung. Dabei war das die klügste wie auch für die Republik güntigste  poltische Entscheidung des Augenblicks. Sie bot der Partei die Chance, sich wieder zu finden, an ihrem Zusammenhalt zu arbeiten, ein neues Programm aufzustellen. Gleichzeitig war die Aussicht auf Opposition neben den Rechtsextremisten einen Weg, die eigene Position zu profilieren und für ein offenes Deutschland mit vielen Gesichtern einzutreten. Auch die Journalisten der öffentlich-rechtlichen Anstalten glauben sich nach meiner Wahrnehmung genötigt, dümmlich-beleidigende Frgen zu stellen, immer wieder dieselben, bloß um ihn vielleicht aus der Contenance zu bringen.

Die Option "Minderheitenregierung" steht noch offen; sie hätte den Vorteil, dass Politik im Sinne von ständigen Entscheidungsnotwendigkeiten zum Alltag gehören würde und jeder lernen könnte, wie so was geht. Ist dennoch schwierig, die Deutschen würden sich schwer tun damit, quasi  jeden Tag vor neuen Aussichten zu stehen....

Indem aber Schulz trotz aller Verschwiegenheit einige Ziele offen nennen muss, fordert er die CDU heraus, sich dazu zu verhalten. Bisher schweigt auch sie, etwa zu Europa: "Macron steht ganz allein mit seinem Vorschlag da (betr. Steuern und Finanzen), aber Europa braucht den Zusammenhalt zwichen Frankreich und Deutschland!") oder zu einem massiven, umfangreichen  sozialen Wohnungsbau. Im Interview mit dem RTL-Journalisten Peter Kloeppel vom letzten Samstag hat Schulz das alte Ziel, die "Bürgerversicherung", nicht mehr genannt; ich vermute, die Umstellung müsste man von langer Hand vorbereiten, und sie wäre jetzt hinderlich für drängendere Fragen wie der Beziehung zur Türkei, zu Polen und Ungarn, oder, ganz neu, zu einer rechtsnationalistischen österreichischen Regierung. Von der NATO schwieg er, und doch stellen sich dort zumindest trumpbezogene neue Fragen. Das alles gehört zur Politik.

Derweil bringt Herr Oettinger, ein Politiker, der nach alter bundesdeutscher Tradition nach Brüssel abgeschobe wurde, weil er  in der Bundesrepublik keine Verwendung mehr fand, jetzt Kommissar für das europäische Budget geworden ist, seinen Vorschlag zur Handhabung des europäischehn Finanzwesens ein: dieser ist wie bisher vor allem an deutschen Interessen orientiert wäre und die Interessen der 26 anderen Mitglieder außer acht ließe. Der Vorschlag kommt nicht mal offiziell von einer deutschen Regierung, die es ja nicht gibt, die nur "die Geschäfte führt " und an der obendrein  die SPD beteiligt ist, sondern eben von Herrn Oettinger. (Ich war gleich misstrauisch, als ich ihn am Wahlabend der Bundeskanzlerin am nächsten stehen sah, in der Haltung eines treuen Knappen, während andere CDU-Leute hinter ihr unbekümmert schwatzten, obwohl Frau Merkel grade ihre Presseerklärung abgab.)

Ich habe Martin Schulz seit Jahresbeginn beobachtet: wird er sich schnell genug auf die deutschen Verhältnisse einstellen können, nachdem er sich so gut auf europäischem Parkett sozialisiert hatte? Wird er die in der Partei üblich gewordene Missgunst verwandeln können in ein solidarisches Denken? Wird er Takt und Eleganz bewahren können und sich trotzdem nichts gefallen lassen?

Bisher hat er nach meinem Eindruck nichts falsch gemacht. Ich wünsche ihm Glück und Gesundheit.

 

 

 

 

 

Frankfurt, den 28. November

Gestern Abend besuchte ich im "Haus am Dom" einen Vortrag mit dem Titel "Zur Pädagogik der Gülen-Bewegung".  Der Vortragende, Dr. Thomas Geier, arbeitet am "Zentrum für Schul- und Bildungsforschung" an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Unter seinen zahlreichen Veröffentlichungen beeindruckte mich (vom Titel her) seine Schrift über interkulturellen Unterricht "Die Inszenierung der Einheit des Verschiedenen". Der Bericht von gestern Abend gehört in seine laufende Forschungsarbeit über das "Bildungsnetzwerk der türkisch-muslimischen Gülen-Bewegung in Deutschland". Es handelt sich um eine "explorative und fallspezifische" Forschung". Das heißt, die Forscher untersuchen Einzelfälle, erheben keine Statistiken. Ihre Einzelfälle stammen aus  Nordrhein-Westfalen und Berlin.

Doch Allgemeines erfuhren wir auch: die Gülen Bewegung - eine konservative und für moderne Wissenschaft offene Variante des Islam, gegründet vor ca. 50 Jahren in der Türkei - hat auf dem ganzen Erdball Netzwerke entwickelt, die sich den jeweiligen staatlichen Verhältnissen anpassen. Das Netzwerk gründet vor allem Schulen, und es betreibt informelle Gesprächsgruppen: Schüler-Gruppen, Gruppen von Studierenden, aber auch von Erwachsenen, zum Beispiel Unternehmern. Als Grundlage für die Gespräche dienen Schriften des Gründers Fetullah Gülen (auf der zweiten Silbe zu betonen) und die eines wenig älternen Sufis namens al Nursi. Die finanzielle Grundlage soll auf Spenden beruhen. Die Bewegung wird weltweit sehr kontrovers beurteilt; in der Türkei wird sie momentan als kriminell verfolgt.

In der Bunderepublik gilt sie als grundgesetzkonform, wird daher nicht behelligt. Allerdings ist in den letzten Jahren - wegen der Verfolgung in der Türkei - eine Spaltung zwischen der deutschen türkischstämmigen Bevölkerung entstanden, denn die deutschen Anhänger von Erdogan verfolgen auch hier Menschen, die der Gülen-Bewegung angehören. So mussten etwa einige Schule schließen, da sie nicht mehr genug Schüler bekamen und daher die Finanzierungsgrundlage schwand. Ziel der deutschen Gülen-Bewegung ist es, den Migrantenkindern den Zugang zur Bildung (nach deutschem Verständnis) zu ermöglichen, der ihnen im staatlichen Schulsystem (nachgewiesenermaßen) oft verschlossen bleibt.

Dr. Geier trug dermaßen viele Informationen und Zusammenhänge vor, dass es jemandem, der nicht mit der Materie vertraut ist, schwer fiel, ihm jederzeit zu folgen. Insofern verwirklichte er nicht den an anderer Stelle genannten Wunsch, die Wissenschaft bürgernah darzustellen. Aber in all seiner explorativen Vielfalt gelang es ihm doch, ein Gemälde zu entwerfen, in dem sich zuletzt manche Zusammenhänge erschlossen.

Ich ging mit Unbehagen nach Hause. Eine der großen Bedrohungen des Islam besteht ja in der unterschiedlichen Einordnung von Männern und Frauen, die sich im öffentlichen Leben niederschlägt. Ein Modellfall ist für mich Frau Erdogan, die als stumme Mumie einen halben Schritt hinter ihrem Mann herschreitet. Auch gestern Abend befanden sich islamische Studentinnne im Saal, erkennbar an gleichartig gebundenen Kopftüchern (1 Tuch, gebunden unterm Kinn, wie die Trümmerfrauen nach dem Krieg), die in Gruppen von mehreren nebeneinder saßen, sehr interessiert zuhörten, selbstbewusst lächelten, wenn in der anschließenden Diskussion ein Deutscher was Dummes sagte, also nicht bescheid wusste. Keine stellte eine Frage oder gab einen Kommentar ab, während sich ansonsten viele Frauen - alle ohne Kopftuch - an der Diskussion beteiligten. Eine von ihnen fand die betont inhaltsneutralen Darlegungen des Referenten nicht wirklich neutral, doch verstand ich nicht, wie sie das begründete.

Mir wurde das erst nachher deutlich. Am meisten wurde über die Gesprächsgruppen berichtet, die sich als ein Zentrum des pädagogischen Ablaufs erwiesen. Sie funktionieren so, dass alle Beteiligten freiwillig oder auf Wunsch der Eltern hingehen; das Gespräch wird jeweils von einem "Abi" oder einer "Abla" geleitet, die auf diese Funktion vorbereitet sind. Der Referent nannte ausdrücklich weibliche und männliche Protagonisten immer gesondert - "Schüler und Schülerinnen" - aber er sprach eben nie über Inhalte. Keiner fragte, worin die Unterschiede in der Auslegung der Schriften in Männer- und in Frauengruppen bestehen. Wahrscheinlich variiert das; nach dem, was ich gestern Abend gehört habe, gibt's nicht viel Schriftliches außer den Gülen-Schriften selbst. Und mir fiel die Antwort meines einstigen Schriftsteller-Kollegen ein, der zum Islam konvertiert war: "Natürlich sind Männer und Frauen gleichberechtigt - nur hat Allah den Frauen andere Aufgaben gegeben als den Männern!" Dazu passt auch, das die dargestellte Pädagogik sysgtematisch zweierlei Zugang zur Welt vermittelt: eine naturwissenschaftliche und eine religiöse. Zumindest so viel begriff ich: die Teilnehmer an den Gesprächsgruppen werden systematisch daran gewöhnt, zu unterscheiden zwischen religiösen und wissenschaftlichen Erfordernissen und sich danach jeweils zu richten. Religiöses Denken, das ist mir auch sonst schon oft aufgefallen, richtet sich nicht nach Logik oder Menschenrechten oder sowas, sondern scheidet derartiges ganz aus. Es richtet sich einzig nach Lehren des Islam.

Was mich nachträglich besonders irritierte: die beiden führenden Herren des Abends, der Referent Dr. Geier, und der Direktor des Hauses am Dom, Dr. Valentin, erklärten mehr oder weniger offen ihre besondere Sympathie für die Gülen-Bewegung. Männer endlich wieder unter sich. Dr Geier hatte erwähnt, dass ein Gesichtspunkt der Studien auch in der Untersuchung der Art des alltäglichen Körperkontakts sei - offenbar dachte er dabei nur an Männer ....  Und über Sex (eine der Fragen, von einer Frau gestellt) werde nur symbolisch geredet.

 

 

 

 

Frankfurt, den 13. Oktober

Heute bin ich bei strahlender Sonne aufgestanden, und nach den zwei dunklen Tagen fühlte ich mich tatenlustig. Anstelle also der üblichen Rituale - Sport, Duschen, Frühstücken - begann ich, einen von mehreren Papierstapeln in meiner Wohnung durchzusehen und einzuordnen. Es dauerte anderthalb Stunden, und danach war mein Blutdruck so angestiegen, dass ich erstmal Entspannungsübungen dazwischen schieben musste. Nun sind alle Notwendigkeiten erledigt, ich nehme einen Schluck aus meiner Teetasse und setz mich ans Schreiben.

In den dunklen Tagen habe ich Gedichte gelesen. Ja, und vorher noch etwas über Herman Melville, das ist der Verfasser von "Moby Dick". Er lebte Mitte des 19. Jahrhunderts in Amerika und hat die dortigen Verhältnisse sehr anschaulich, kritisch und gleichzeitig humorvoll beschrieben. Bei mir liegt ein Buch mit einer Geschichte von ihm, wo an einem ersten April der Teufel auf einen Mississippi-Fahrgastdampfer steigt, und in verschiedenen Gestalten die Umstehenden in Gespräche verwickelt. Nicht so einfach zu lesen, ich hab bislang nicht mehr als fünf Seiten geschafft. Das Buch enthält nicht nur viele Anmerkungen, sondern auch gelehrte Kommentare. Zu Melvilles Zeiten fand die Geschichte nur wenige Käufer, wie überhaupt der Schriftsteller nicht vom Schreiben leben konnte. Grad Melvilles Erfolglosigkeit (zu Lebzeiten) hatte mich gelockt, das Buch zu bestellen.

Die Gedichte meiner dunklen Tage stammten von Ingeborg Bachmann. Sie sind groß und mächtig und tief, stehen dennoch ganz in der Gegenwart. Ingeborg Bachmann, Österreicherin, wurde 1926 geboren und fühlte sich als Erwachsene vor allem von der Geschichte geprägt, nämlich von dem, was sie IN Geschichte gelernt und ALS Geschichte erlebt hatte. Sie litt daran und verstand es, die Gespenster mit ihrer Sprache zu bannen. Eine Zeitlang zumindest. Am meisten beeindruckte mich gestern Abend das Fragment einer Erzählung mit dem Titel "Gier", das sie vor ihrem Tod begonnen hatte: Hauptperson ist eine Frau, die bescheiden erscheint, sehr alltäglich, und von der wir erst nach einer Weile lesen, dass sie in sexuellen Dingen "unersättlich" sei.  Für den Verlauf der Ereignisse spielt ihre "Unersättlichkeit" scheinbar keine große Rolle; die "Gier" wird von dem Mann repäsentiert, mit dem sie Umgang pflegt. Die Geschichte ist so schön, so spannend, dass ich sie hier nicht verraten möchte. Sie passt aber zur übrigen Ingeborg Bachmann, die immer ihren Körper ins geistvolle Sprechen mit einbezog, so gelehrt und gescheit sie auch war. Ja, es war ihr  - als Schriftstelllerin - ein wichtiges Ziel, diese Verknetung von Geist und Körper, oder von Leib und Seele immer wieder durchzuarbeiten.

Vor dem Schlafengehen suchte ich noch, weil mir die Anfangszeile von "Seltsam im Nebel zu wandern" durch den Kopf geisterte, nach den Gedichten von Hermann Hesse. Er reimt gern und so entsteht eine Art Musik. Doch hätte mir der erste Vers schon gereicht, die nachfolgenden blieben mehr oder weniger Wiederholung. Das gleiche Schema begegnete mir in manchem anderen seiner Gedichte.

In einem jedoch nicht.  Es geht so:

Der Dichter

Schöne Verse einer Dame zu Ehren, / Lustige Schwänke mit Worten, die silbern lachen  /  Abenteuer und Fabeln will ich euch lehren  /Von Helden, Frauen, Schwänen und bösen Drachen.

Aber von jenen Dingen,  /  Die in der Nacht aus dumpfem Traum  /  traurig und sehnlich steigen  /  Und von denen allein zu singen  /  Alle Saiten der Seele begehren,  /  von denen will ich euch lehren  /  zu schweigen.

Lesen Sie es gleich noch mal! VON DENEN ALLEIN ZU SINGEN / ALLE SAITEN  DER SEELE BEGEHREN!

Ja, das kenne ich. Keine Fragen. So bin ich aufgewachsen. "Grimm's Märchen" als einzigen Ratgeber für die Wirklichkeit. Oberflächliches Gerede: "Fangt fröhlich an!" rief die Schuldirektorin zu Beginn des Schuljahres, und ich fühlte mich ausgeschlossen. "Fröhlich", das bedeutete Karneval, das waren Masken und Kostüme. Beim Lesen von Hesses Gedicht steigt mir kurz der neidische Gedanke auf: die Jungs hat man zumindest gelehrt (manchmal) zu schweigen. Von uns Mädchen wurde es stillschweigend verlangt.

Das stimmt und ist doch zu einfach. Könnte es sein, dass der ganze Horror des 20. Jahrhunderts, aber auch seine Errungenschaften, darauf beruhen, dass - ganz demokratisch - fast jeder nicht mehr zum Schweigen zu bringen war? Dass "alle Saiten der Seele" zum Singen gebracht wurden? Jenseits von Gesetz und Moral? Auch Ingeborg Bachmann hat daran gearbeitet; hat sie nicht danach gestrebt, noch im Singen des Begehrens - der Gier - die Moral mit einzubeziehen?

In unseren elektronischen Netzen tobt mörderische Grobschlächtigkeit - der amerikanische Präsident tobt allen voran - in vielen Städten werden Menschen ohne jeden Bezug attackiert - liegt die Ursache in jenen Dingen, die in der Nacht aus dumpfem Traum traurig und sehnlich steigen? Die sich am Tag in blinde Wut verwandeln?

Wenn es so wäre, dann gälte es, Moral und Recht zu stärken. Indem zum Beispiel das Grundgesetz gelehrt wird. Es gilt NICHT, Menschen zum Schweigen zu bringen. Sie müssen aber lernen, Verantwortung zu übernehmen für das, was sie sagen. Auch die Religionen erhalten hier wieder ihre Bedeutung.

Wenngleich mich dieser Gedanke sofort wieder an den Anfang führt, an Melvilles Ersten April. Scheinbar ein Scherz, führt der Teufel unentwegt theologische Gespräche, die dem Autor dazu dienen, die scheinreligiöse Verlogenheit der Menschen offen zu legen .....

Melville wurde von einer streng calvinistischen Mutter erzogen.

 

 

 

 

 

 

 

Frankfurt, den 6. November 2017

"Lustig" schrieb ich gestern, meinte Martin Schulz'ens gelungene Selbstinszenierung vor der Presse - ich fand den Anblick erheiternd im Sinne von erfreulich und erleichternd.

Wenn ich so mit mir selbst diskutiere, fürchte ich, dass mancher mir eine Art "Führerverherrlichung" vorwerfen könnte. Ich würde das zurückweisen: meine Überzeugung, dass Schulz mehr kann als die bisher vorhandenen SPD-Anführer stützen sich auf konkrete Argumente: er besitzt eine Spracherfahrung, die es ihm erlaubt, auch negative Dinge zum Positiven hin zu wenden, indem er sich gleich nach der Bundestagswahl und der schweren politischen Niederlage dafür einsetzte, in die Opposition zu gehen und das gut begründete. Ich war erstaunt, unter den hiesigen Genossen dazu sehr viel Zustimmung zu sehen. In der Opposition kann die  Partei sich endlich wieder ein eigenes Gesicht verschaffen, muss nicht mehr auf die tausend Lobbyisten - auch in den eigenen Reihen - Rücksicht nehmen. Es lohnt sich endlich wieder, in der SPD zu sein - jeder bekommt die Hoffnung, ein wenig mitarbeiten zu können. Woran? An der Wohlfahrt der Menschen mit niedrigem Einkommen, an den sozialen Fragen.  Am Zusammenhalt von Europa. An der Verhinderung eines "rechtsfreien Netzes". ("Das Netz ist kein rechtsfreier Raum", sagte der Bundes-Justizminister Heiko Maas, SPD, neulich.)

Politisches Denken besteht nicht nur aus Theorie, sondern befasst sich auch mit Fragen wie die, warum Kinder aus ungebildetem Elternhaus in der Schule meistens nicht so gut mitkommen wie die mit bildungsbürgerlicher Herkunft (sei diese türkisch, persisch, deutsch oder britisch!) und wie man das ändern kann.

Gewiss, um was ändern zu können, muss man an die Macht. Wie das geschieht, lässt sich eben nicht einfach durch einzelne Gesetzesänderungen erreichen, wie etwa die Einführung des Mindestlohnes (der übrigens dringend angehoben werden muss, weil von dem bisherigen Satz niemand leben kann). Ich glaube, es bedarf der Identifikation einer großen Wählerzahl mit Zielen wie "Ich will stolz sein auf ...." oder "ich will keine Angst haben müssen vor ...." oder "Ich will wissen, ob/wann/wie ...." oder Anderes. Nicht alle Wünsche möchte man erfüllen, da gilt es, Grenzen zu ziehen. All das berücksicht Martin Schulz, wenn er redet.

Das stimmt mich heiter und zuversichtlich.

 

 

 

 

 

Frankfurt, den 5. November 2017

Zum Beispiel der Silberbergbau ....

Gestern besuchte ich in Frankfurt eine "SPD-Regionalkonferenz". Die wurde in der Partei skeptisch betrachtet, weil es dort kein "Antragsrecht" gebe, also die statutarische Berechtigung, Entscheidungen zu beeinflussen. Sie biete den Mitgliedern Gelegenheit zu reden, aber nachher entscheide wieder das Präsidium allein.

Es lief ganz anders.

Denn Martin Schulz war da. Er fand die passenden Worte. Er besaß die Ausdauer eines Opernsängers (ein Beruf, der stundenlange Höchstleistung körperlicher und geistiger Art erfordert). Er schuf Vertrauen.

Die Veranstaltung war sehr gut organisiert, also unauffällig und effizient. Es waren mehrere hundert Anwesende da, aus ganz Hessen, und jeder konnte sich zumindest mit einem Satz äußern und konnte gewiss sein, dass der Satz gehört oder gelesen wird. Schulz sagte: „Am nächsten Montag muss ich meinen Entwurf für ein neues Parteiprogramm einreichen, wegen der Fristen zum Parteitag im Dezember. Doch das, was ich heute von hier mitnehme – und auch morgen noch von Kaiserslautern -, wird bis zum Parteitag ins Programm eingearbeitet.“ (Aus dem Gedächtnis zitiert.)  Er war sich offensichtlich des großen Vorwurfs – das Präsidium beschließt und lässt die Genossen nur abnicken – voll bewusst.

Er bedauerte, beim Wahlkampf nicht genug auf Europa zu sprechen gekommen zu sein. Einer seiner Berater – der jetzt nach der Niederlage so tue, als sei er gar nicht dabei gewesen! -, habe ihm dringend geraten, seinen  Europakram zuhause zu lassen.  Das sei ein Fehler gewesen. Er wies auf die politischen Notwendigkeiten auf den Ebenen von Kommune – Land – Bund – Europa – Globales hin, für die die Partei fit sein müsse. Weil  nicht nur Digitales, sondern vieles andere nicht mehr auf nationaler Ebene zu lösen sei..

Es gab Tische, und es gab tischplattengroße Pappen. Um jeden Tisch versammelten sich Leute; sie diskutierten über Forderungen, die in einem kurzen Satz aufzuschreiben waren. Das ergab zum Schluss ca. 60 Pappen ("Plakat" genannt); für jede Pappe trat ein Tischvertreter nach vorn und fasste die Niederschrift und die Diskussion am Tisch zusammen.  Es gab zwei Durchläufe: 1. Ziele und Abläufe in der Partei verbessern, 2. wie überzeugen wir Wähler? Schulz sprach vorher und nachher. Die "Plakate" nahm er mit nach Berlin.

Nach den vier Stunden der Auseinandersetzung stand Schulz unten im Eingangsraum des supermodernen Konferenz-Gebäudes vor einem Fernseh- und Pressepulk, aufrecht und lässig, die Hände elegant in der Hosentasche, und erläuterte den Nachmittag. Irgendwie lustig. Die Konferenz selbst war – wie hieß das noch – pressefrei gewesen.

Zufällig saß ich neben einem unscheinbaren Mann, der sich als Mitarbeiter eines Bundesministeriums zu erkennen gab.  Offenbar war er Sozi, doch er ereiferte sich über die Idee einer einheitlichen „Bürgerversicherung“, er fand auch, Beamten seien keineswegs „privilegiert“.  Er verglich mit DDR-Verhältnissen, die gar nicht so schlecht gewesen seien. Für Beamte.  Wir kamen ein bisschen ins Gespräch, ich wollte ihm den Unterschied zwischen ministerieller Arbeit und politischen Entwürfen deutlich machen. Irgendwann fragte ich ihn: wer ist momentan Finanzminister? „Kauder“, sagte er. Als geschäftsführender Minister. Überwacht vom Kanzleramt und vom CDU-Fraktionschef. Ich staunte.

Er war Sachse.  Ich fand, dass man im Westen nicht genug über Sachsen wisse, seine Geschichte, seine kulturelle Vielschichtigkeit. „Zum Beispiel über den Silberbergbau.“ Er nickte.

Kurzum die vier Stunden vergingen wie im Fluge. Auch weil man zwischendurch viel herumlaufen und sich eine kleine Wasserflasche nehmen konnte.  Weil viele Leute herumliefen, man also sogar von weiter hinten sehen konnte, wer da war. Die Beschallung funktionierte makellos, auch neben der nicht zu unterdrückenden Schwätzerei von Einzelnen.

 

 


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